GOA-Blog
  • Start
  • Rückblick
    • GOA 2023
    • GOA 2022
    • GOA 2021
    • GOA 2020
    • GOA 2019
    • GOA 2018
    • GOA 2017
    • GOA 2016
    • GOA 2015
    • GOA 2014
    • GOA 2013
    • GOA 2012
  • Newsletter
    • Anmeldung
    • Abmeldung
  • Impressum
  • Über das Blog
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü
Beispiele, Grimme Online Award

Digital Footprints: Tracking im Internet und was dagegen hilft

Screenshot: Alexandre Brachet/ Upian.com

„Cookies“ – „Kekse“ – ein eigentlich harmloser Begriff. Dabei ist Tracking im Internet bei Weitem nicht so harmlos, wie es klingt. Im Zeitalter der Smartphones und des „unbegrenzten Internets“ hinterlassen wir bei jedem Schritt und mit jeder Handlung mehr Spuren als je zuvor. Oft  akzeptieren wir die Nutzungsbedingungen von Apps, ohne diese gelesen zu haben. Doch mit welchen Folgen müssen wir Internet-, Smartphone- und App-Nutzer rechnen? Welche von uns hinterlassenen Digital-Footprints werden verwertet und wie geschieht das? „Do Not Track“ ist eine personalisierte Web-Serie, die sich mit dieser Frage auseinandersetzt und über das Geschäft mit unseren Daten berichtet. Durch die interaktive Auslegung wird jedem Besucher der Website offenbart, welche Informationen das Internet sammelt und aufzeichnet, während man im Internet surft. „Do Not Track“ verwendet die gleichen Tools und Methoden die von Trackern verwendet werden, sodass der Zuschauer aktiv und transparent die Erfahrung macht, was es bedeutet, getrackt zu werden. Im folgenden Interview erzählt Alexandre Brachet, der Produzent des Projekts, das für den diesjährigen Grimme Online Award in der Kategorie Spezial nominiert ist, von den Hintergründen.

Screenshot: Alexandre Brachet/ Upian.com

Screenshot: Alexandre Brachet/ Upian.com

Wie entstand die Idee für dieses Projekt?

Das Konzept stammt von Brett Gaylor. Ich kenne Brett seit einer sehr langen Zeit und wir beide lassen uns gerne für Dokumentarfilme und das Web begeistern. Wir kommen aus der uralten Zeit des Internets, als das Web noch frei war und Hoffnung für Publizisten darstellte. „Do not track“ war eine lange und facettenreiche Entwicklungsphase: Wir entwickelten einen Prototypen während eines „Hackathon“ in New York, welcher von der Tribeca Film Foundation organisiert wurde. Wir machten einen „MasterClash“ im Rahmen des Idfa Doclab Festivals, wobei wir einige unserer Ideen hinterfragen und herausfordern konnten. Leser, die sich für eine detaillierte Beschreibung des Produktionsprozesses interessieren, können sich folgenden Artikel angucken.

Inwiefern ist „Do not Track“ ein passender Name für dieses Projekt? Welche Intention verbirgt sich dahinter?

„Do Not Track“ ist der Text des HTTP-Headerfeldes, welches eine Web-Application auffordert, entweder das Tracking oder das „Cross-Site User Tracking“ eines einzelnen Users abzuschalten. Aufgrund dessen war es für uns ersichtlich, diesen Namen zu verwenden.

Screenshot: Alexandre Brachet/ Upian.com

Screenshot: Alexandre Brachet/ Upian.com

Sie brauchten ungefähr zwei Jahre für die Verwirklichung dieses Projekts und es wirkte eine große Anzahl von Menschen daran mit. In welchem Maße wurde das Projekt von dieser Größe beeinflusst?

Mehr als neunzig Personen aus der ganzen Welt arbeiteten gemeinsam an diesem Projekt.  Das Globalbudget war eine Summe von 700.000 Euro – aufgebracht von den Koproduzenten Arte, NFB, BR, Radio Canada / RTS / AJ+, CNC und dem Tribeca Film Institute New Media Fund. Wenn sich öffentliche Versorgungsbetriebe zusammenschließen, kann eine große Anzahl an Zuschauern angesprochen und erreicht werden. Personalisierung und Lokalisierung sind die zwei Säulen dieses Projektes. Das bedeutet, dass in jedem Land „Do Not Track“ als ein regionales Programm vorkommt.

Welche Arbeitsschritte waren am aufwendigsten?

Wir hatten immer nur eine Episode im Voraus fertig, während wir eine veröffentlichten. Insofern war das Drehen und das Fertigstellen der einzelnen Episoden der verrückteste Aspekt dieses Projektes. Die technischen Belange waren ebenso schwierig.

Gab es einen Wendepunkt innerhalb des Projektes?

Es gab einen Wendepunkt als sich Brett Gaylor dazu entschied, seine Arbeit an der Mozilla Foundation einzustellen und ganztägig an diesem Projekt zu arbeiten. Das Gedächtnis ist selektiv – wir können uns nicht erinnern, wie wir es uns vorgestellt haben, dieses Projekt zu bewältigen,  ohne ihn 24/7 an Bord zu haben.

Screenshot: Alexandre Brachet/ Upian.com

Screenshot: Alexandre Brachet/ Upian.com

Wieso haben Sie diese Art von medialer Darstellung verwendet?

Do Not Track ist eine Serie über Privatsphäre, Tracking, die Web-Economy und die Personalisierung des Internets. Was wäre passender als eine personalisierte Web-Doku-Serie, durch welche das Publikum nicht nur versteht was Tracking bedeutet, sondern es auch erfahren kann!

Beschäftigt es die Menschen, dass sie getrackt werden?

Screenshot: Alexandre Brachet/ Upian.com

Screenshot: Alexandre Brachet/ Upian.com

Ja, den Menschen kümmert das. Nachdem Besucher unserer Webseite die Web-Serie angeguckt hatten, gaben 27 Prozent an, dass sie nun  bewusster „privacy issues“ wahrnehmen. 21 Prozent sagen, dass sie ihre Online-Angewohnheiten veränderten und nur 4 Prozent meinen, dass sie sich nicht um Privatsphäre im Internet kümmern.

Erachten Sie das Medium Internet in Relation zu anderen Medien als zu einflussreich und somit auch gleichzeitig sehr anfällig für Missbrauch?

Die traditionellen Medien haben viele Phasen bezüglich des Internets durchlaufen: Verachtung, Geringschätzung, Schrecken, Hoffnung. Für unser Team ist das Internet ein Ort der Kreation und des Empowerments. Kann das Internet missbraucht werden? Ja, genauso wie die traditionellen Medien. Wir sagen in der finalen Episode von „Do Not Track“, dass es eine Konstante in der Zukunft gibt: Nichts ist vorherbestimmt – alles liegt an uns.

Dieses Projekt wurde bereits mit vielen Nominierungen und Preisen bedacht.  Was ist für Sie das Besondere an der Nominierung für den Grimme Online Award?

Sandra Marsch (r.), Christiane Miethge (l.) und Hanna Peters bei der Nominierung für den Grimme Online Award 2016. Foto: Grimme-Institut / Rainer Keuenhof

Sandra Marsch (r.), Christiane Miethge (l.) und Hanna Peters bei der Nominierung für den Grimme Online Award 2016. Foto: Grimme-Institut / Rainer Keuenhof

Wir erschaffen unsere Projekte nicht mit Blick auf Preisverleihungen. Dennoch ist es natürlich für ein Team immer sehr schön für die Leistung Anerkennung zu finden. Insbesondere wenn wir es dadurch gleichzeitig schaffen, die Auseinandersetzung mit dem Thema Tracking präsenter zu machen. „Do Not Track“ war sehr erfolgreich in Deutschland, somit sind wir überglücklich über die Auswahl unseres Projektes für den Grimme Online Award. Dies ist ein sehr wichtiges Zeichen – auch für die Broadcaster, die in unser Projekt involviert waren: Ja es ist tatsächlich möglich, mit Online-Doku-Serien ein großes Publikum zu erreichen.

Autorin: Sona Petrossian.

Um das Video anzuzeigen, ist ein Verbindungsaufbau zu YouTube erforderlich. Durch YouTube werden bei diesem Vorgang auch Cookies gesetzt. Details entnehmen Sie bitte der YouTube-Datenschutzerklärung.

Die Interviews mit den Nominierten und die Videos sind im Rahmen eines Medienpraxis-Seminars an der Universität zu Köln entstanden

24. Mai 2016/1 Kommentar/von Seminar Grimme Online Award 2016
Schlagworte: Ablaufverfolgung, Apps, Datenschutz, Datenschutzerklärung, Datenverwendung, Digital Footprints, Do Not Track, Internet, Kategorie Spezial, Nominierte, Nominierte 2016, Nutzungsbedingungen, Privatsphäre, Profilerstellung, Site Policies, Smartphones, Standortermittlung, Tracking
https://www.goa-blog.de/wp/wp-content/uploads/2016/05/DoNotTrack_Tracking.png 1080 1908 Seminar Grimme Online Award 2016 https://blog2.grimme-online-award.de/wp/wp-content/uploads/2024/04/logo-ein-pixel-blind.gif Seminar Grimme Online Award 20162016-05-24 09:03:072020-01-29 11:25:42Digital Footprints: Tracking im Internet und was dagegen hilft
Das könnte Dich auch interessieren
Grünkohl, Digitales und nur ein klein wenig Böhmermann
Begleitung auf der letzten Reise
Das Interaktiv-Team der Berliner Morgenpost
Screenshot "Der Hoheneck Komplex" Der Hoheneck Komplex – Strumpfhosen und Bettwäsche für den Westen
Producer Georg Tschurtschenthaler, Autorin Hannah Kappes, Producerin Tanja Schmoller, Medienpädagogin Birgit Marzinka(Agentur für Bildung e.V.), Youtuber Jakob Gentsch. Foto: #uploading_holocaust Information auf Augenhöhe
Die Entscheidung über das Leben
Jasna Strick vertritt den in der Kategorie Spezial nominierten Hashtag #aufschrei, neben ihr Richard Gutjahr Die Welle schwappte unaufhaltsam los
Screenshot "Pandemia – Die Welt. Die Viren. Und wir." Pandemia: Leben in einer Welt mit Viren
1 Kommentar
  1. Daniel sagte:
    7. Juli 2016 um 11:12

    Danke für dieses Interview, die Teile werde ich mir mit Spannung anschauen. Wie passend dass Sie als Captcha recaptcha von Google und die Google Javascript Apis einbinden.

    Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Beitragsformate des Blogs:

Netzblicke
Thema
Interviews

Rund um den GOA-Preis:

Einreichungen/Vorschläge
Nominierte
Preisträger
Nominierungskommission/Jury

Online-Formate allgemein:

Websites
Podcasts
Social Media
Apps
Newsletter
Videos
Games

Schlagwörter

#fürdiversity #GOA21 #GOA22 Adventskalender 2017 Adventskalender 2020 Adventskalender 2021 ARTE Blog Datenjournalismus DDR Geschichte Grimme-Institut Grimme-Preis Instagram Journalismus Jugendliche Kategorie Information Kategorie Kultur und Unterhaltung Kategorie Spezial Kategorie Wissen und Bildung Kinder Kunst Medienkompetenz Nominiert 2023 Nominiert 2024 Nominierte Nominierte 2015 Nominierte 2016 Nominierte 2017 Nominierte 2018 Nominierte 2019 Nominierte 2020 Nominierte 2021 Nominierte 2022 Nominierung Nominierungskommission Podcast Politik TikTok Vorschläge Vorschläge 2020 Vorschläge 2021 WDR Wettbewerb YouTube

Neueste Beiträge

  • Zwischen Qualitätsdiskurs und Zeitenwende: Eindrücke von der re:publica 202627. Mai 2026 - 12:24
  • 25 Jahre Grimme Online Award21. Oktober 2025 - 16:31
  • Expertise in Social Media: Die Nominierten 20256. Oktober 2025 - 16:20
  • Lernen aus historischen Quellen: Die Nominierten 202530. September 2025 - 14:46

Wichtige Links

  • DATENSCHUTZ
  • Grimme Online Award
  • Der GOA auf YouTube
  • GOA – Bildmaterial auf Flickr
  • Grimme-Institut
  • Grimme-Institut bei LinkedIn
  • Grimme-Institut auf Instagram

Aktuelle Schlagwörter

Nominiert 2024 Faktencheck, Instagram, Klimawandel, Medienkompetenz, Medienpädagogik, ÖRR, Schule, TikTok

Neueste Kommentare

  • GrowaGardencodes zu KI-Sonderpreis: Die Nominierten 2025
  • Tennis zu KI-Sonderpreis: Die Nominierten 2025
  • basketbros zu Zwischen Stimmen und Streams
© Copyright - GOA-Blog - Enfold WordPress Theme by Kriesi
Link to: Opas Krieg – Postkarten als Spiegelbild des Ersten Weltkriegs Link to: Opas Krieg – Postkarten als Spiegelbild des Ersten Weltkriegs Opas Krieg – Postkarten als Spiegelbild des Ersten Weltkriegs Link to: Staatsbürgerkunde – Ein Mosaik vom Leben in der DDR Link to: Staatsbürgerkunde – Ein Mosaik vom Leben in der DDR Staatsbürgerkunde – Ein Mosaik vom Leben in der DDR
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen