Bald wird die re:publica 20 Jahre alt – und hatte in diesem Jahr tatsächlich noch eine Premiere parat: ein Meet-Up zu 25 Jahren Grimme Online Award, direkt am ersten Festivaltag. In der Ankündigung hieß es:
Gesprächsweise Blicke zurück, vor allem aber auch nach vorn sollten ermöglicht werden. Zugleich sollte „Raum und Zeit“ für die vielen kleinen, oft unerzählten Geschichten entstehen, die sich in den vergangenen Jahren rund um den Grimme Online Award ereignet haben. Und natürlich waren auch alle weiteren „Interessierten ebenfalls herzlich willkommen!“ am Pop-up-Space im Eingangsbereich, am Tag eins der re:publica.
Vor Ort wurde dieses Versprechen durchaus eingelöst. Unterstützt durch verschiedene Gremienmitglieder entstanden Gespräche über die Anfänge des Grimme Online Award, über Emanzipationsbewegungen, Debatten und Verschiebungen innerhalb der digitalen Öffentlichkeit – illustriert und immer wieder diskutiert an Hand konkreter Beispiele. Direktorin und Geschäftsführerin Ciğdem Uzunoğlu sowie Pressesprecher Lars Gräßer richteten den Blick aber auch nach vorne: auf den aktuellen Wettbewerb ebenso wie auf zukünftige Erwartungen an den Award. Daraus entwickelte sich eine lebhafte Diskussion rund um die Frage: „Und was erwartet Ihr von uns?“ Das Ergebnis: zahlreiche spannende Anregungen für die Weiterentwicklung. 
#rp26
Und die re:publica selbst? War einmal mehr die Reise wert. In der STATION Berlin bot sie erneut Talks, Panels, Workshops, Meet-Ups, Expo-Area, Makerspaces und vieles mehr – weiterhin mit über 1.000 Sprecherinnen auf mehr als 20 Bühnen (siehe hierzu den Blogbeitrag über die re:publica 2025). Mit dabei waren langjährige „re:publica-Dauergästinnen“ wie Katharina Nocun, Ingrid Brodnig, Sarah Bosetti und andere mehr. Andere vertraute Stimmen fehlten (erneut) – etwa Sascha Lobo, mit dem es im Vorfeld ein lesenswertes Interview in der ZEIT gab (zusammen mit Markus Beckedahl und eben Katharina Nocun), oder Günther Dück. Gleichzeitig verabschiedeten sich die Gründer*innen Tanja und Johnny Haeusler aus dem operativen Geschäft der re:publica. Eine kleine Zeitenwende für die Gesellschafts- und Digitalkonferenz – in politisch wie wirtschaftlich herausfordernden Zeiten? Vielleicht.
In jedem Fall bleibt: der Dank für die Möglichkeit zum Meet-Up!
Podcast und Kolumne
Abseits dessen sei auf den am zweiten re:publica-Tag veröffentlichten LÄUFT-Podcast hingewiesen. Im Podcast von epd medien und dem Grimme-Institut spricht Publix-Intendantin Maria Exner mit Host Alexander Matzkeit darüber, warum technologische Lösungen allein den Journalismus nicht zukunftsfähig machen werden – und weshalb es mehr Raum und Förderung für echte journalistische Innovation braucht. 
Dazu passt(e) auch ihre Session am selben Tag: „Warum KI die Medienkrise nicht lösen wird“.
Wer noch mehr Einordnung sucht, dem sei zudem die aktuelle Ausgabe des WDR-5-Medienmagazins „Töne, Texte, Bilder“ empfohlen, das einen Rückblick auf die re:publica 2026 unternimmt. Gesprächspartner ist auch dort LÄUFT-Host Alexander Matzkeit.
Und weil gerade am dritten Tag der re:publica intensiv über die Bedeutung einer starken Zivilgesellschaft diskutiert wurde, sei abschließend noch auf die (weiterhin) aktuelle Kolumne von Ciğdem Uzunoğlu in „Politik & Kultur“ hingewiesen. Darin setzt sie sich mit den geplanten Umstrukturierungen im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ auseinander. Denn diese sind mehr als haushaltspolitische Entscheidungen: Sie betreffen den Kern demokratischer Infrastruktur – jene Räume, in denen Öffentlichkeit entsteht und gesellschaftliche Konflikte ausgehandelt werden.

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