GOA-Blog
  • Start
  • Rückblick
    • GOA 2023
    • GOA 2022
    • GOA 2021
    • GOA 2020
    • GOA 2019
    • GOA 2018
    • GOA 2017
    • GOA 2016
    • GOA 2015
    • GOA 2014
    • GOA 2013
    • GOA 2012
  • Newsletter
    • Anmeldung
    • Abmeldung
  • Impressum
  • Über das Blog
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü
Grimme Online Award

Wenn der Küchentisch zur Bühne wird

Screenshot von "Sommers Weltliteratur to go"
Screenshot von "Sommers Weltliteratur to go"
Screenshot von „Sommers Weltliteratur to go“

Statt Literaturklassiker auf die große Leinwand oder Bühne zu bringen, spielt Michael Sommer sie auf seinem Küchentisch nach. Seine Darsteller sind keine Hollywoodstars, sondern die eigenen Playmobilfiguren.

Mit seinem YouTube-Kanal „Sommers Weltliteratur to go“ ist der Theatermacher in der Kategorie Kultur und Unterhaltung für den Grimme Online Award 2018 nominiert. Im Interview berichtet er, wie viel Aufwand tatsächlich hinter den kurzen Videos steckt und warum er gerade Playmobil zum Nachspielen ausgewählt hat.

Von vielen Klassikern gibt es bereits Filme, Theaterinszenierungen, Bücher… Warum haben Sie sich entschieden, Literatur in dieser Form nachzuspielen?

Die Inszenierung beider Teile von Faust dauerte bei einer Produktion von Peter Stein 20 Stunden. Ich brauche dafür ungefähr 20 Minuten, das ist ein wesentlicher Unterschied. Ich verpacke Weltliteratur kompakt und hoffentlich auch so unterhaltsam, dass man bis zum Ende dranbleibt.

Screenshot vom Video "Macbeth to go (Shakespeare in 11 Minuten)"

Screenshot des Videos „Macbeth to go (Shakespeare in 11 Minuten)“

Kannten Sie alle nachgespielten Werke bereits vorher?

Ich kannte selbstverständlich nicht alle Werke schon vorher. Ich lese – ganz egal ob ich es schon mal gelesen habe – sowieso alles nochmal bevor ich es zusammenfasse. Da mag meinem schlechten Gedächtnis geschuldet sein, aber anders könnte ich nicht gewährleisten, dass der Inhalt auch einigermaßen stimmt. Das geht aber häufig recht schnell. Theaterstücke – von großen Ausnahmen mal abgesehen – lesen sich in maximal zwei Stunden. Lange Romane sind natürlich was anderes. Das ist ein Grund, weswegen ich mein Programm durchmische.

Wie schafft man es, sehr umfangreiche Geschichten in so kurzer Zeit zu erzählen, ohne dass der Inhalt verfälscht wird oder etwas fehlt?

Es fehlt immer was. Das liegt in der Natur der Inhaltsangabe, dass sie Dinge weglässt. Die Frage ist: Was ist wichtig? Man muss viel üben, bis man gute Zusammenfassungen machen kann. Das Anfertigen von Inhaltsangaben ist eine Kulturtechnik, die am Aussterben ist. Alle denken, „Kann ich auch aus dem Internet ziehen, warum soll ich das machen“ – es ist aber fatal, das den Experten zu überlassen. Wir müssen auch selber in der Lage sein zusammenzufassen: Was ist der Kern von dieser Aussage, was ist die Wahrheit von diesem Buch?

Warum wurden gerade Playmobilfiguren zum Nachstellen ausgewählt? Und wie viele haben sich inzwischen angesammelt?

Einerseits gab es in den 90er Jahren die Harald Schmidt Show, wo der große Entertainer verschiedene Szenarien mit Playmobilfiguren nachgespielt hat. Das hatte ich im Hinterkopf. Zum anderen habe ich als Dramaturg gearbeitet und bin so zu diesem Zusammenfassen gekommen. Warum aber Playmobil und keine anderen Figuren: Barbie-Puppen können nicht stehen und sind zu groß für einen Camcorder. Lego ist zu klein. Playmobil hat dafür eine ganz gute Größe – und es kommt aus Bayern. Ich weiß nicht genau, wie viele Figuren es mittlerweile gibt. Bei einer Volkszählung vor anderthalb Jahren waren es 400. Mittlerweile dürften es so 600 bis 700 sein.

Die Videos sind sehr wenig bearbeitet: Die Kulissen und Figuren werden vor laufender Kamera bewegt und die Geschichte parallel erzählt – klappt das immer direkt beim ersten Versuch?

Screenshot vom Video "Krieg und Frieden to go (Tolstoi in 10 Minuten)"

Screenshot des Videos „Krieg und Frieden to go (Tolstoi in 10 Minuten)“

Mit einem Video war ich letztens nicht mehr so zufrieden, also dachte ich mir: Drehst du es nochmal. Normalerweise drehe ich diese Videos vormittags – aus gutem Grund, wie ich festgestellt habe. Da habe ich es abends gemacht und so geflucht, weil ich ständig nochmal anfangen musste. Man muss echt ausgeschlafen sein, damit die „Ääh-Quote“ relativ gering ist und das Ganze einigermaßen flüssig rüberkommt. Manchmal bearbeite ich auch nach. Wenn es zu viele Versprecher gibt, schneide ich die raus oder vertone nach. Manchmal gibt es auch künstlerisch gesetzte Schnitte, beispielsweise bei Rahmenerzählungen. Allgemein ist der Stil ein bisschen hausgemacht. Ich nehme es in Kauf, dass das Bild manchmal unscharf ist oder eine Figur umfällt. Ich finde die Botschaft wichtig, dass es nicht darauf auf eine große Technikausstattung ankommt, um etwas aus Literatur zu machen. Das kann jeder, sogar mit einem Handy.

Welche Klassiker wollen Sie in Zukunft noch bearbeiten?

Ich habe erstens eine konkrete Liste bis Ende September. Dann habe ich eine lange Liste, die ungefähr 500 Titel umfasst – ich kriege ja auch ständig Vorschläge. Wenn ich also Zeit und genügend Geld habe, dann wird es diese Serie noch lange geben.

Das Interview führte Juliane Glahn

24. Mai 2018/0 Kommentare/von Interviews Nominierte 2018
Schlagworte: Michael Sommer, Nominierte 2018, Playmobil, Sommers Weltliteratur to go, Theater, YouTube
https://www.goa-blog.de/wp/wp-content/uploads/2018/05/kultur_9_1_730x415.jpg 415 730 Interviews Nominierte 2018 https://blog2.grimme-online-award.de/wp/wp-content/uploads/2024/04/logo-ein-pixel-blind.gif Interviews Nominierte 20182018-05-24 11:00:542020-01-20 11:25:31Wenn der Küchentisch zur Bühne wird
Das könnte Dich auch interessieren
Screenshot: Youtube-Kanal "Ultralativ" Ultralativ: Die Stimme der Vernunft im YouTube-Wahnsinn
Producer Georg Tschurtschenthaler, Autorin Hannah Kappes, Producerin Tanja Schmoller, Medienpädagogin Birgit Marzinka(Agentur für Bildung e.V.), Youtuber Jakob Gentsch. Foto: #uploading_holocaust Information auf Augenhöhe
Collage von Screenshots von zum Grimme Online Award eingereichten Online-Kultur-Angeboten. Corona und die Kultur
Screenshot YouTube-Kanal "Leeroy will's wissen!" Türchen 4: Einblick ohne Tabus
Same, same but different: VideoDays 2016
Screenshot: YouTube-Kanal "Y-Kollektiv". Reportage mal anders
Elefantentreffen der YouTuber: VideoDays 2014
Authentizität und Inszenierung auf YouTube
0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Beitragsformate des Blogs:

Netzblicke
Thema
Interviews

Rund um den GOA-Preis:

Einreichungen/Vorschläge
Nominierte
Preisträger
Nominierungskommission/Jury

Online-Formate allgemein:

Websites
Podcasts
Social Media
Apps
Newsletter
Videos
Games

Schlagwörter

#fürdiversity #GOA21 #GOA22 Adventskalender 2017 Adventskalender 2020 Adventskalender 2021 ARTE Blog Datenjournalismus DDR Geschichte Grimme-Institut Grimme-Preis Instagram Journalismus Jugendliche Kategorie Information Kategorie Kultur und Unterhaltung Kategorie Spezial Kategorie Wissen und Bildung Kinder Kunst Medienkompetenz Nominiert 2023 Nominiert 2024 Nominierte Nominierte 2015 Nominierte 2016 Nominierte 2017 Nominierte 2018 Nominierte 2019 Nominierte 2020 Nominierte 2021 Nominierte 2022 Nominierung Nominierungskommission Podcast Politik TikTok Vorschläge Vorschläge 2020 Vorschläge 2021 WDR Wettbewerb YouTube

Neueste Beiträge

  • Zwischen Qualitätsdiskurs und Zeitenwende: Eindrücke von der re:publica 202627. Mai 2026 - 12:24
  • 25 Jahre Grimme Online Award21. Oktober 2025 - 16:31
  • Expertise in Social Media: Die Nominierten 20256. Oktober 2025 - 16:20
  • Lernen aus historischen Quellen: Die Nominierten 202530. September 2025 - 14:46

Wichtige Links

  • DATENSCHUTZ
  • Grimme Online Award
  • Der GOA auf YouTube
  • GOA – Bildmaterial auf Flickr
  • Grimme-Institut
  • Grimme-Institut bei LinkedIn
  • Grimme-Institut auf Instagram

Aktuelle Schlagwörter

Nominiert 2024 Faktencheck, Instagram, Klimawandel, Medienkompetenz, Medienpädagogik, ÖRR, Schule, TikTok

Neueste Kommentare

  • GrowaGardencodes zu KI-Sonderpreis: Die Nominierten 2025
  • Tennis zu KI-Sonderpreis: Die Nominierten 2025
  • basketbros zu Zwischen Stimmen und Streams
© Copyright - GOA-Blog - Enfold WordPress Theme by Kriesi
Link to: Eine Wissenschaftlerin auf YouTube Link to: Eine Wissenschaftlerin auf YouTube Eine Wissenschaftlerin auf YouTubeScreenshot: YouTube-Kanal "maiLab" Link to: Mehr als Influencer-Werbung Link to: Mehr als Influencer-Werbung Screenshot von "Mädelsabende"Mehr als Influencer-Werbung
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen