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22. Februar 2024/inThema, Vorschläge, Websites

Die Faktenchecks des Bayerischen Rundfunks

Analyse und Bewertung des BR24-#Faktenfuchs

Allgemeine Informationen

URL
https://www.br.de/nachrichten/faktenfuchs-faktencheck,QzSIzl3
Nachfolgende Recherchen anhand der Liste: https://www.br.de/nachrichten/suche?param=%23Faktenfuchs

Wer macht das Angebot?
Journalist*innen des Bayerischen Rundfunks, Leiterin: Janina Lückoff.

Eigenbeschreibung
„Das #Faktenfuchs-Team gehört zu BR24, dem Informationsangebot des Bayerischen Rundfunks.“ (Artikel „#Faktenfuchs: Wer wir sind und wie wir uns finanzieren“)
„Wir recherchieren ergebnisoffen und nutzen die Techniken der journalistischen Verifikation und wissenschaftlichen Denkens. Wir versuchen zu klären: Was genau wird behauptet? Kann das sein? Gibt es dafür Belege oder nicht? Gibt es Hinweise, die aber noch nicht wissenschaftlich fundiert sind? Gibt es Widersprüche oder Gegenstimmen?“ (Artikel „#Faktenfuchs: Wie wir arbeiten“)

Finanzierung
Rundfunkbeitrag von ARD, ZDF und Deutschlandradio.

Seit wann besteht das Angebot?
2017.

Themen der Faktenchecks und weitere Informationen

Der Bayerische Rundfunk bietet, wie die ARD, ebenfalls 74 Faktenchecks in dem untersuchten Jahr, im Durchschnitt also alle 5 Tage einen neuen. Auch beim BR24-#Faktenfuchs liegt der Schwerpunkt auf den Themen Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg (siehe Abb. BR24-#Faktenfuchs – Themen).

Bei den Corona-Meldungen überwiegt das Thema „Impfung“ (19 von 33 Meldungen), die weiteren 14 verteilen sich auf einzelne Sachartikel, z.B. zum „R-Wert“ und zu einzelnen Corona-Prognosen, sowie auf Behauptungen zu Coronatests, Long Covid u.ä.

Wie schon bei den Faktenchecks der ARD gibt es bei den Faktenchecks zur Ukraine kein Thema, das zahlenmäßig deutlich überwiegt. Es geht meist um den Wahrheitsgehalt einzelner Fotos und Videos und um Desinformationen zu einzelnen Vorfällen.

Weitere Themen sind:

  • Affenpocken: Geplanter Ausbruch, Vergleich zu Verschwörungsmythen bei AIDS und Corona
  • Bildung: Lehrermangel in Bayern
  • Datenschutz: Daten aus der Einwohnerzählung „Zensus 2022“ auf amerikanischem Server gespeichert
  • Drogen: Zahlen der Drogentoten in Bayern und den Niederlanden
  • Gewinnspiele: Online-Casinos und Fake-Nachrichten
  • Klima: v.a. Windkraft
  • Medien: Sender „ServusTV“
  • Medienkompetenz: Desinformationen erkennen
  • Migration: (vornehmlich) ukrainische Flüchtlinge
  • Naturschutz: Waldbrand durch Glasscherben
  • Online-Betrug: Krypto-Währungen
  • Politik: Wahlen, Politiker
  • Proteste / soziale Unruhen: Rechtsradikale Gruppen rufen zu „heißem Herbst“ auf
  • Rechtsprechung: Immer mehr Schuldunfähige
  • Verkehr: Benzinpreis und Tempolimit
BR24-#Faktenfuchs – Themen

BR24-#Faktenfuchs – Themen

Beim bayerischen Faktenfuchs ist die „Ablösung“ der Coronathemen durch den Ukraine-Krieg nicht so deutlich wie bei der ARD (s. Abb. BR24-#Faktenfuchs – Themen im Verlauf des untersuchten Jahres). Allerdings hat auch beim BR die Anzahl der Faktenchecks ab dem Frühjahr 2022 deutlich abgenommen: Von 8,5 pro Monat im Zeitraum November 2021 bis April 2022 auf weniger als die Hälfte (knapp 4) in den 5 Monaten danach. Inwieweit dies mit der Menge an besprechungswürdiger Des- oder Falschinformation zusammenhängt, ist nicht bekannt.

BR24-#Faktenfuchs – Themen im Verlauf des untersuchten Jahres

BR24-#Faktenfuchs – Themen im Verlauf des untersuchten Jahres

Aufbereitung und Bewertung der Faktenchecks

Dieser Artikel zum BR24-#Faktenfuchs ist, wie oben erwähnt, Teil des Gesamtartikels „Wahrheit, Fehler, Fake? – Die Faktenchecks“. Die folgende Bewertung der BR-Faktenchecks zu einzelnen Themen erfolgt im Vergleich mit anderen Checks zu jeweils demselben Thema. Dazu und zu den einzelnen Themen sind weitere Informationen in der Einleitung zum Gesamtartikel zu finden.

Die Faktenchecks des Bayerischen Rundfunks gehören – bei den beiden genauer untersuchten Themen („ImpfSurv-Studie / Prof. Harald Matthes“ mit 8.460 Zeichen inkl. Leerzeichen und „Rente für ukrainische Flüchtlinge“ mit 7.805 Zeichen), aber auch nach dem Gesamteindruck der Faktenchecks im untersuchten Jahr – zu den ausführlichsten Artikeln der einzelnen Faktencheck-Institutionen.

Thema: „ImpfSurv-Studie / Prof. Harald Matthes“ (zum BR-Faktencheck)

Bei den Argumenten bezüglich der „Studie“ von Prof. Harald Matthes werden die wichtigsten Argumente genannt (z.B. die ungeeignete Datenbasis, eine fragwürdige Methodik, nicht schlüssige Definitionen, andere Studien sagen anderes aus, Studie noch nicht abgeschlossen, Verfasser kein Fachmann auf diesem Gebiet), einige Faktenchecks nennen aber noch weitere (fehlende Kontrollgruppe, unsichere Vergleiche mit anderen Studien, mangelnde Transparenz: Auswertung nicht offengelegt).

Die Ergebnisse der Umfrage und Prof. Matthes Folgerungen daraus werden kurz vorgestellt, die Widerlegung erfolgt recht ausführlich und tiefgehend. Um eine Stellungnahme gebeten wurden die Charité und das Paul-Ehrlich-Institut, das von Matthes beschuldigt wurde, zu geringe Fallzahlen von schweren Impfnebenwirkungen angegeben zu haben. Geantwortet hat jeweils der Sprecher der Institution. Wie auch in anderen Faktenchecks wird auch hier Leif Erik Sander als Fachmann angeführt, allerdings ohne seine Verbindung zur Charité. Hinzu kommen zwei unbeteiligte Fachleute: Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, und Prof. Dr. Bernd Salzberger, Facharzt für Innere Medizin und Infektiologie (Universitätsklinikum Regensburg) und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie e.V.

Thema „Rente für ukrainische Flüchtlinge“ (zum BR-Faktencheck)
Bei dem Faktencheck zum Thema „Rente für ukrainische Flüchtlinge“ werden zwei Behauptungen besprochen: In der ersten geht es um eine Nachricht, die über WhatsApp verbreitet wurde. Demnach habe der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) auf eine Nutzerfrage bei Facebook geantwortet, dass geflüchtete Ukrainer*innen ab Juni 2022 neben Sozialleistungen auch eine Rente beantragen könnten. Tatsächlich ist dies, so der Faktencheck, geschehen – und der MDR korrigierte sich kurz darauf. Trotzdem wurde die falsche Information weiterverbreitet. Eine ähnliche Falschinformation wurde auf Twitter geteilt.

Neben dem MDR wird auch eine Pressemitteilung der Deutschen Rentenversicherung zitiert, die klarstellte, dass für Ukrainer*innen dasselbe Renteneintrittsalter gelte wie für Bundesbürger – und auch erst dann, wenn sie mindestens 5 Jahre lang Rentenbeiträge gezahlt hätten. Direkt angefragt hat der BR auch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BAMS). Diese verneinten zudem, dass in der Ukraine erarbeitete Rentenansprüche auf eine Rente in Deutschland nicht angerechnet würden.

Anschließend wird noch auf den CORRECTIV.Faktencheck vom 13. Mai 2022 verwiesen. In der Folge geht der Faktencheck ausführlich auf einen nicht verlinkten Artikel einer nicht genannten Website ein – nennt aber den vollen Titel des Artikels, weshalb eine einfache Google-Recherche zeigt, dass es sich hier um die (auch Verschwörungsmythen verbreitende) Website opposition24.com handelt. Mit Rechnungen zum Rentenbeitrag und Informationen der Bundesregierung sowie des BAMS wird hier gut dargelegt, dass Ukrainer*innen eben nicht so viel Rente erhalten wie deutsche Staatsbürger*innen nach 45 Jahren.

Thema „Krieg in der Ukraine“ (zwei BR-Faktenchecks, s. folgenden Text)
Die Faktenchecks des #Faktenfuchses zum Thema Ukraine-Krieg sind ausgewogen und zeichnen kein pauschales pro-ukrainisches Bild, wie es viele so genannte Querdenker und rechtsgerichtete Personen behaupten. Beim Thema „nationalsozialistisches Gedankengut in der Ukraine“ wird dieses Gedankengut nicht einfach negiert – siehe den Artikel „Asow-Regiment: Ukrainische Helden oder Extremisten?“ vom 13.04.2022. Zudem wird erwähnt, dass es auf beiden Seiten der Kriegsparteien viel Propaganda gebe.

Auch die Querdenker-Szene wird nicht pauschal als pro-Putin dargestellt. Der Faktencheck „Warum Querdenker nun pro-russische Propaganda verbreiten“ vom 25.03.2022 stellt klar, dass es auch unter den Corona-Skeptiker*innen und -Leugner*innen solche gebe, die Russland kritisieren.

Fazit
Die Checks des #Faktenfuchses sind insgesamt gut belegt, teilweise recht ausführlich und kleinteilig erklärt, dadurch aber nicht immer leicht zu lesen.

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