„Fun Facts war, ist und bleibt ein Projekt, das anerkennt, dass die Probleme unserer Zeit auch schnell gelöst werden müssen. Deshalb gehen wir nicht, wir rennen – im Zweifelsfall auch mit dem Kopf voraus durch die Stahlbetonwand. “
Ein Interview mit Robin Alef über das nominierte Nachrichtenformat „Fun Facts“
Nachrichten unterhaltsam präsentieren und so die breite Masse adressieren – das hat sich FunFacts.de zum Ziel gesetzt. Jede Folge wird von einer*m neuen prominenten Host*in moderiert, mit dabei waren u.a. schon Marc-Uwe Kling, Hazel Brugger oder Alli Neumann. Die bekannten Gesichter – in Kombination mit der redaktionellen Unterstützung des investigativen Medienhaus‘ CORRECTIV – sorgen für eine humoristische Aufarbeitung von Fakten, journalistische Qualität, eine positive Kommentarkultur und eine große Reichweite.

Wie ist die Idee zu Ihrem Angebot entstanden? Gab es einen konkreten Anlass?
Es haben sich viele Menschen aus den Bereichen Comedy, Fernsehen, Film, Musik, Literatur, Podcasts, Social-Media, Wissenschaft und Aktivismus zusammengetan und Fun Facts ist entstanden. Wir verhelfen Fakten und Konstruktivität zu mehr Reichweite – denn wie geht das besser als mit Humor und Prominenz? Statt auf Hass, Hetze und Heuchelei setzen wir auf Humor, Haltung und Hoffnung und präsentieren fast täglich, was wirklich wichtig ist. Alle Folgen werden mit unserem Recherchepartner CORRECTIV gefactcheckt, damit sichergestellt ist, dass wir unserem Anspruch gerecht werden und keinen Quatsch erzählen. Die Hosts wechseln täglich, denn es gibt unzählige Faktenfans da draußen und Fun Facts ist ein Gemeinschaftsprojekt. Die plötzliche Absetzung der US-Late-Night-Shows von Jimmy Kimmel (temporär) und Stephen Colbert macht zudem deutlich, wie bedeutend unabhängige Formate sind. Hinter Fun Facts steckt kein Sender, kein Konzern und kein Milliardär. Stattdessen sind es ganz viele Menschen, die sich vor und hinter der Kamera gemeinsam für die Verbreitung von Fakten einsetzen – und dabei den Spaß nicht zu kurz kommen lassen.
Was war der größte Erfolgsmoment in der Arbeit, was die größte Herausforderung?
Jede einzelne Fun Facts-Show ist anders und nicht nur deshalb schon für sich genommen ein eigenes Highlight. Besonders hervorheben kann man aber mit Sicherheit unsere bisher größte Kampagne “v.e.r.g.n.ü.g.t.” (“Vermögens- und Erbschaftssteuer retten Gemeinden in Not über gerechte Talerabgabe”), die in der Folge mit Karoline Herfurth gestartet wurde und seitdem immer wieder geupdated wird. Als Reaktion erreichten uns tausende Mails von Bürger*innen und vor allem Kommunalpolitiker*innen, die sogar teilweise unsere Vorschläge in ihre Kommunalparlamente eingebracht haben. Ein weiteres Highlight ist mit Sicherheit unsere Sommertour durch Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, die uns vor den Landtagswahlen in 17 Orte und Städte in den beiden Bundesländern geführt hat. Wir haben uns auf der Tour auf lokale Themen konzentriert, die wir vor Ort auf einer zweiwöchigen “Pretour” bei Bürger*innen und Organisationen erfragt haben. Vor allem der Austausch vor Ort mit unseren Zuschauenden nach den Shows war extrem inspirierend. Komplette Unabhängigkeit hat natürlich seinen Preis. Unsere Produktionen sind zwar vergleichsweise günstig, weil unser ganzes Team sich über die Maßen engagiert, es gibt niemanden, der die nicht mehr gibt, als eigentlich auf irgendeinem Zettel steht. Das ist alles andere als selbstverständlich und versprüht einen aktivistischen Vibe. Wir wissen alle genau, warum wir tun, was wir tun. Aber: „Werdet Mitglied der Bande, denn nur durch Euch sind und bleiben wir unabhängig“ ist nicht nur ein Spruch, mit dem wir das Ende unserer Videos einleiten, sondern völlig ernst gemeint. Unsere Finanzierung ist abhängig von unserer Community, der “Bande”, und die ist nicht nur unsere größte Stärke, sondern auch unser wichtigster, existentieller Standpfeiler.
Wie sehen Ihre weiteren Pläne für das Angebot aus?
Seit dem 03. Oktober 2026 sind wir nun auch in Österreich vertreten und haben damit einen ersten Schritt in Richtung Internationalisierung gemacht. Man munkelt, dass es damit bereits bald weitergehen könnte… Denn die Probleme, die wir in Deutschland sehen, machen nicht an Landesgrenzen Halt und sind sogar oft auf internationaler Ebene (mit)verursacht. Gleichzeitig wollen wir unsere “Bande” mehr in unsere Planungen mit einbeziehen. Welche Städte oder Orte sollen dazukommen? Welches Land ist nach Deutschland und Österreich der nächste Schritt? Wohin soll unsere nächste Tour gehen? Welche Themen sollten wir behandeln? Wie können wir unsere Themen noch besser in wirksame Kampagnen umsetzen? Es bleibt also spannend, denn Fun Facts war, ist und bleibt ein Projekt, das anerkennt, dass die Probleme unserer Zeit auch schnell gelöst werden müssen. Deshalb gehen wir nicht, wir rennen – im Zweifelsfall auch mit dem Kopf voraus durch die Stahlbetonwand.
Vielen Dank für das Interview!










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