Jetzt wird’s laut: Feminstische Perspektiven im GOA
In Wettbewerbsjahr 2026 wurden eine Reihe von Angeboten eingereicht, die sich unter dem Themakomplex Feminismus subsumieren lassen. Von unterschiedlichen Formaten, die sich mit den Porträts wichtiger Frauen*-Figuren befassen, über Podcasts, die sich zum Beispiel der Lebensphase der Wechseljahre widmen bis hin zu Apps, Onlinearchiven und Webseiten, die die Gewalt gegen FLINTA*-Personen thematisieren. In diesem Jahr ist die Bandbreite groß! Einige ausgewählte Angebote möchten wir euch vorstellen:

Gewalt gegen FLINTA*-Personen bleibt häufig unsichtbar. Ein Projekt, dass sich dieser Unsichtbarkeit annimmt ist die App laut.jetzt. Diese wurde mit dem Ziel entwickelt, Gewalt gegen FLINTA*-Personen sichtbarer zu machen. Sichtbarkeit wird mithilfe einer Karte hergestellt, in die erlebte Gewalterfahrungen eingetragen werden können. Hierzu wählt man in einem ersten Schritt den Ort der erlebten Gewalterfahrung aus. In einem zweiten Schritt wählt man die Art des Übergriffs aus. Gewalterfahrungen beziehungsweise Übergriffe werden bei laut.jetzt kategorisiert in Belästigung, Verfolgung, Bedrohung, körperlicher Angriff, unsicheres Gefühl oder Anderes. Die Eintragungen erfordern keine Anmeldung und sind gänzlich anonym. Auf der Webseite von laut.jetzt wird der Nutzen der anonymisierten und aggregierten Gewalterfahrungen wie folgt beschrieben: Die Daten sollen dazu genutzt werden „um lokale Schwerpunkte und Muster von Gewalt besser zu verstehen, Orte und Situationen mit besonderem Handlungsbedarf zu erkennen, bestehende Sicherheitskonzepte zu hinterfragen und weiterzuentwickeln, Präventionsmaßnahmen gezielter zu planen und langfristig konkrete Veränderungen zu bewirken“. Verantwortlich für das Projekt ist die Datenwissenschaftlerin und Programmiererin Lydia Ickler.

Ein weiteres Angebot, dass sich dem thematischen Schwerpunkt der feministischen Angebote zuordnen lässt, ist der interaktive Hör-Comic „Der Vorgang“. Im Aufklärungsangebot begleitet man die Protagonistin Claire, die nach ihrem ersten Mal ungeplant schwanger wird. Als ihre Menstruation ausbleibt, fangen in Claires Kopf die „Was-wäre-wenns“ an zu rotieren. Wir begleiten sie, als sie einen Schwangerschaftstest kaufen muss, sind dabei, als sie es ihrem Freund erzählt und als sie zur Beratungsstelle geht. „Der Vorgang“ geht dabei auf verschiedene Sorgen und innere Konflikte ein, die Personen in dieser Situation plagen können. So hadert Claire damit ihren Eltern von ihrer Schwangerschaft zu erzählen und malt sich ihre möglichen Reaktionen aus. Zum Schluss entscheidet Claire sich selbstständig für einen Schwangerschaftsabbruch.
Der Hör-Comic wird in einzelne Kapitel und zugehörige Wissensräume unterteilt. In diesen findet man weiterführende Informationen, Einordnungen und Anlaufstellen, um sich den unterschiedlichen Themenschwerpunkten intensiver zu widmen. Veröffentlicht wurde der Hör-Comic im Rahmen des Safe-Abortion-Days 2025. Verantwortlich für das Projekt ist Plan A und das digitaltheater (Staatstheater Augsburg) und entstand in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Augsburg, Pro Familia Augsburg und Donum Vitae Augsburg.

Das letzte vorgestellte Angebot ist der X und Y Podcast der Journalistinnen, Luisa Filip und Elisabeth Ries. Gestartet im Dezember 2020, beschäftigen sich die beiden Hostinnen jede Folge mit einem neuen Thema aus der Medienwelt. Immer gleich bleibt dabei der feministische und kritische Blick. Die Folgen handeln von Themen, wie der Darstellung des Wochenbetts in den Medien, von Macht im Musikbusiness aber auch von Social-Media-Trends wie Tradwives und Manosphäre-Influencern. Die Themen werden zu Beginn medienhistorisch eingeordnet und dann auf ihre aktuellen Auswirkungen analysiert und diskutiert. Filip und Ries kombinieren in ihrem Podcast intersektionalen Feminismus und konstruktiven Journalismus. Mit einer Folge im Monat bleibt der Podcast stets aktuell und bietet ein spannendes Angebot, für eine feministische Einordnung der Entwicklungen der Popkultur und Medienbranche.
Über verschiedene Formate und weite Themen- und Altersspannen hinweg, zeigen die Einreichungen bim Grimme Online Award, dass der digitale Raum sich weiter für FLINTA*-Personen einsetzt und ihre komplexen Lebensrealitäten abbildet.
von Victoria Wulf und Milea Kerckhoff









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