GOA-Blog
  • Start
  • Rückblick
    • GOA 2023
    • GOA 2022
    • GOA 2021
    • GOA 2020
    • GOA 2019
    • GOA 2018
    • GOA 2017
    • GOA 2016
    • GOA 2015
    • GOA 2014
    • GOA 2013
    • GOA 2012
  • Newsletter
    • Anmeldung
    • Abmeldung
  • Impressum
  • Über das Blog
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü
Entwicklungen, Veranstaltungen

Museen im Internet – und umgekehrt!

Die Arbeit „Internet Cache“ von Evan Roth. Foto: Vera Lisakowski

Museen sind im Internet. Das ist ganz normal. Einige bieten sogar deutlich mehr, als den Standard-Auftritt, wie das Frankfurter Städel Museum, das für sein „Digitorial“ zur Ausstellung „Monet und die Geburt des Impressionismus“ in diesem Jahr den Grimme Online Award erhalten hat, das aber auch seine Sammlung im Internet veröffentlicht. Und umgekehrt? Das Internet ist im Museum angekommen, im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe ist gerade die Schau „When we share more than ever“ zu Ende gegangen, im Dortmunder U ist „Digitale Folklore“ verlängert bis 1.11. 2015.

Aktuell widmet sich das Düsseldorfer NRW-Forum mit der Ausstellung „Ego Update“ einem ganz besonderen Aspekt des Internets: dem Selfie.

Düsseldorf, so erklärt der Einführungstext der Ausstellung „Ego Update“ im NRW-Forum, sei die Selfie-Hauptstadt Deutschlands. Das „Time“-Magazine habe diese weltweite Erhebung gemacht und Düsseldorf auf Platz 136 gesehen, weit vor Berlin (239) oder Hamburg (257). Es ist davon auszugehen, dass dieses zweifelhafte Ranking nicht der Ausgangspunkt für die Ausstellung ist, mit der Alain Bieber, der vorher bei ARTE Creative war, seinen Einstand als künstlerischer Leiter des NRW-Forums gibt. Vielmehr ein Anstoß ist wohl die Annahme, dass sich die Frage nach der eigenen Identität angesichts der digitalen Medien verändert. Und dies wiederum hat Einfluss auf die Gesellschaft.

Besonders reflektiert geht es in der Ausstellung dann aber zunächst nicht zu: Eltern fotografieren, wie ihre Babys begeistert vor die überall aufgestellten Spiegelwände krabbeln, sie filmen ihre Knirpse in der Halfpipe mit Fuß-Fotos und machen schlussendlich ein Selfie mit der Bronze-Büste von MC Fitti – wird natürlich sofort bei Facebook hochgeladen.

Bronzebüste von MC Fitti vor "The Middle Finger" von Guido Segni. Foto: Vera Lisakowski

Bronzebüste von MC Fitti vor „The Middle Finger“ von Guido Segni. Foto: Vera Lisakowski

Wendet man sich aber vom eigenen Handy ab und den Ausstellungsstücken zu und taucht in die Welt der vielen Portraits ein, kann man schon ins Grübeln kommen. Vielleicht nicht über die eigene Rolle in der Selfie-Mania, aber darüber, wie sich ein digitales Ich zusammensetzt. Ein künstlerisches Nachdenken darüber gab es natürlich schon bevor das Wort „Selfie“ in unserem Sprachraum überhaupt auftauchte, wie unter anderem die berührende Fotoserie „Alter Ego“ (2002-2008) von Robbie Cooper beweist. Er stellt Portraits von Online-Spielern ihren Avataren gegenüber. Die Ähnlichkeit ist verblüffend, aber der Avatar ist doch immer ein kleines bisschen besser als das Original, scheint etwas zu können, was der Spieler nicht kann, ist schlanker, hat mehr Muskeln, ist schöner.

Ein Spiel mit Identitäten betreibt auch Andreas Schmidt mit der Fälschung. Nein, der Fälschung der Fälschung, oder vielmehr des Fälschers. Die Serie „Fake Fake Art“ zeigt berühmte Künstler wie Gerhard Richter oder Andy Warhol mit ihren Werken. Es sind aber weder die Künstler noch ihre Werke, es sind Fälschungen, die ursprünglich der Fotograf Michael Wolf mit ihren chinesischen Fälschern fotografiert hatte – und denen Andreas Schmidt wiederum die Köpfe der echten Künstler aufmontierte. Klingt kompliziert? Ja, durch diese ganzen Ebenen muss man erstmal durchsteigen.

Ebenso ins Grübeln kommt der Betrachter bei „Confidential“ von Alison Jackson. Eigentlich ganz normale Prominenten-Portraits, mit einem privaten Touch. Aber Moment? Ganz sicher haben Angela Merkel und Francois Hollande nicht gemeinsam im Bett Brezeln und Croissants gefrühstückt. Und wenn, hätten sie sich nicht dabei fotografieren lassen. Genausowenig wie die Royal Family jemals ein Foto von William und Kate in der Badewanne veröffentlichen würde. Wir wissen also, dass es Fake ist, trotzdem schauen wir es gerne an – könnte ja sein, dass das Privatleben der Celebritys genau so aussieht.

"Autoportraits" von Prominenten, ein Werk von Jonas Unger. Foto: Vera Lisakowski

„Autoportraits“ von Prominenten, ein Werk von Jonas Unger. Foto: Vera Lisakowski

Während man bei den Promi-Fotos in die lustvolle Rolle des Voyeurs gerät, gibt es durchaus auch Exponate, die beunruhigen: Bei „Stranger Visions“ generiert die US-Künstlerin Heather Dewey-Hagborg aus gefundener DNS – ein Kaugummi oder ein Zigarettenstummel – 3D-Portraits. Sie hängen an der Wand, darunter eine Kiste mit Fotos des Fundortes und dem Träger des genetischen Materials. Zwar kein Selfie, aber umso gruseliger. Ein Selfie der anderen Art liefert auch Evan Roth: „Internet Cache Portrait“ verdeutlicht, wie sehr die Seiten, die wir im Web besuchen, ein Bild von uns machen. Noch ein etwas anderes Selbstbildnis zeigen die wunderbaren „Monkey Selfies“ des Tierfotografen David Slater. Die knappen Anspielungen zu der Urheberrechtsdebatte kann allerdings nur verstehen, wer mitbekommen hat, wie diskutiert wurde und wird, ob das Foto gemeinfrei ist, weil das Urheberrecht nur die Kreativität des Menschen schützt, oder ob es beim (menschlichen) Eigentümer der Fotoausrüstung liegt.

Neben viel Reflektion gibt es in der Schau natürlich auch die Show: Selfies von Prominenten, die der Fotograf Jonas Unger „Autoportraits“ nennt oder die Bilder von zwei Jungs, die sich auf Hochhäusern fotografieren. Das ist spektakulär und schön anzusehen, aber mehr auch nicht. Und letzteres auch ziemlich dumm. Wie passend, dass gerade die Meldung kam, dass in diesem Jahr bereits mehr Menschen beim Selfies-Schießen ums Leben gekommen sind, als bei Haiangriffen. Aber Moment – genau dafür hat Martin Parr ein Portrait aus Benidorm parat.

Alles zu entdecken gibt es noch bis zum 17.01.2016 im NRW-Forum Düsseldorf.

28. September 2015/0 Kommentare/von Vera Lisakowski
Schlagworte: Ausstellung, Düsseldorf, Kunst, Museum, NRW-Forum, Selfie
https://www.goa-blog.de/wp/wp-content/uploads/2015/09/P1090314.jpg 2672 4000 Vera Lisakowski https://blog2.grimme-online-award.de/wp/wp-content/uploads/2024/04/logo-ein-pixel-blind.gif Vera Lisakowski2015-09-28 15:11:012020-01-27 14:08:36Museen im Internet – und umgekehrt!
Das könnte Dich auch interessieren
Kunst-Podcast und Podcast-Kunst
Preiswertes Kunstwerk; Bild: Michael Schnell / Grimme-Institut Kunst und Knust (Update)
Collage von Screenshots von zum Grimme Online Award eingereichten Online-Kultur-Angeboten. Corona und die Kultur
Screenshot "Das Geheimnis der Bilder" von ZDF Kultur. Türchen 19: In Gemälde eintauchen
Eine Jurte weist schon vor der Bonner Bundeskunsthalle auf die Ausstellung "Touchdown" hin. (Wer's nicht kapiert: Jurte - Mongolei - Mongolismus, eine früher gängige Bezeichnung für das Down-Syndrom.) Foto: Vera Lisakowski Von Facebook ins Museum
Kreatives Werk des Widerstands aus dem Untergrund neu entdeckt
Von Barbies und Barbarinnen
Dadaismus neu aufgelegt
0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Beitragsformate des Blogs:

Netzblicke
Thema
Interviews

Rund um den GOA-Preis:

Einreichungen/Vorschläge
Nominierte
Preisträger
Nominierungskommission/Jury

Online-Formate allgemein:

Websites
Podcasts
Social Media
Apps
Newsletter
Videos
Games

Schlagwörter

#fürdiversity #GOA21 #GOA22 Adventskalender 2017 Adventskalender 2020 Adventskalender 2021 ARTE Blog Datenjournalismus DDR Geschichte Grimme-Institut Grimme-Preis Instagram Journalismus Jugendliche Kategorie Information Kategorie Kultur und Unterhaltung Kategorie Spezial Kategorie Wissen und Bildung Kinder Kunst Medienkompetenz Nominiert 2023 Nominiert 2024 Nominierte Nominierte 2015 Nominierte 2016 Nominierte 2017 Nominierte 2018 Nominierte 2019 Nominierte 2020 Nominierte 2021 Nominierte 2022 Nominierung Nominierungskommission Podcast Politik TikTok Vorschläge Vorschläge 2020 Vorschläge 2021 WDR Wettbewerb YouTube

Neueste Beiträge

  • Zwischen Qualitätsdiskurs und Zeitenwende: Eindrücke von der re:publica 202627. Mai 2026 - 12:24
  • 25 Jahre Grimme Online Award21. Oktober 2025 - 16:31
  • Expertise in Social Media: Die Nominierten 20256. Oktober 2025 - 16:20
  • Lernen aus historischen Quellen: Die Nominierten 202530. September 2025 - 14:46

Wichtige Links

  • DATENSCHUTZ
  • Grimme Online Award
  • Der GOA auf YouTube
  • GOA – Bildmaterial auf Flickr
  • Grimme-Institut
  • Grimme-Institut bei LinkedIn
  • Grimme-Institut auf Instagram

Aktuelle Schlagwörter

Nominiert 2024 Faktencheck, Instagram, Klimawandel, Medienkompetenz, Medienpädagogik, ÖRR, Schule, TikTok

Neueste Kommentare

  • GrowaGardencodes zu KI-Sonderpreis: Die Nominierten 2025
  • Tennis zu KI-Sonderpreis: Die Nominierten 2025
  • basketbros zu Zwischen Stimmen und Streams
© Copyright - GOA-Blog - Enfold WordPress Theme by Kriesi
Link to: Erschreckend aktuell: „Hate Speech“ Link to: Erschreckend aktuell: „Hate Speech“ Erschreckend aktuell: „Hate Speech“Die Teilnehmer beim BRICks-Roundtable-Gespräch. Link to: „Big Data“ auf der Bühne Link to: „Big Data“ auf der Bühne „Big Data“ auf der Bühne
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen