„Sie hat 1871 in der Schweiz Medizin studiert, daheim war das für Frauen verboten. Gemeinsam mit ihrer Studienfreundin Emilie Lehmus hat sie dann in Berlin eine Praxis eröffnet.“
Ein Interview mit Yvonne Maier über den nominierten Instagram-Kanal „frauen_geschichte“
Grace Darling ruderte 1838 in einen Sturm, um Schiffsbrüchigen das Leben zu retten. Kranfahrerin Pia Hofmann suchte wochenlang nach Menschen in den Trümmern des World Trade Centers. Doch wer berichtet von diesen Frauen? frauen_geschichte auf Instagram erzählt von den Errungenschaften und Schicksalen bedeutender Frauen von früher bis heute und bietet einen unterhaltsamen und informativen Blick auf erzählte und unerzählte Geschichten.

Wie ist die Idee zu Ihrem Angebot entstanden? Gab es einen konkreten Anlass?
Im Jahr 2019/2020 wurden im Bayerischen Rundfunk mehrere Formatentwicklungsprozesse für digitale Ausspielwege angestoßen – und unsere Redaktion „Geschichte und Gesellschaft“ war mit dabei. Und wie der Name schon sagt – Geschichte ist eines unsere Kernthemen in der Redaktion.
Daraus entstand dann die Idee eines Instagram-Kanals zu „Frauengeschichte“ – vor allem, weil damals zu diesem Thema noch viel weniger journalistisch berichtet wurde. Für uns war auch entscheidend: Wie kommen wir an besondere Bilder?
Quasi vor der Haustür – bei der Staatsbibliothek München fanden wir sie dann und in einer Kooperation hatten wir die Möglichkeit, auf den reichen Bilderschatz der Staatsbibliothek zuzugreifen.
Wir nutzen aber auch herkömmliche Bildagenturen sowie Bewegtbild-Material aus dem BR-Archiv.
Was war der größte Erfolgsmoment in der Arbeit, was die größte Herausforderung?
Mittlerweile haben wir einige Meilensteine erreicht, einer war sicherlich der Überraschungs-Erfolg eines Bildposts zur ersten niedergelassenen Ärztin im Deutschen Reich – Franziska Tiburtius (1843-1927). Sie hat 1871 in der Schweiz Medizin studiert, daheim war das für Frauen verboten. Gemeinsam mit ihrer Studienfreundin Emilie Lehmus hat sie dann in Berlin eine Praxis eröffnet. Diese Geschichte hat uns das erste Mal über die 1 Million Abrufe gebracht und uns einen enormen Schub gegeben und uns in unserem Auftrag bestätigt.
Die größte Herausforderung ist sicher, sich dauernd an den Algorithmus des Instagram-Feeds anzupassen. Wie erreichen wir es, dass unsere Inhalte an ein möglichst großes, passendes Publikum ausgespielt werden?
Wie sehen Ihre weiteren Pläne für das Angebot aus?
Momentan planen wir unser erstes Live-Event mit und für die Community. Dabei laden wir Ende November 40 Fans zu uns ein – in den Bayerischen Rundfunk nach Freimann. Wir wollen uns kennenlernen, über Frauenpower sprechen und noch mehr Frauengeschichten sichtbar machen. Die wirklich beispielhafte Frauengeschichte-Community aus unseren Kommentarspalten ins wirkliche Leben bringen – das ist eine reizvolle Aufgabe für uns.
Vielen Dank für das Interview!










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